Sportangler blicken auf 50 Jahre zurück – Ehrung für Gründungsmitglieder
Kürzlich haben die Sportangler Geiselhöring ihr 50-jähriges Bestehen feiern können. Dazu hatten die Mitglieder wie üblich in Gemeinschaftsarbeit alles für das Fest auf dem Gelände ihres gepflegten Vereinsheimes an der Regensburger Straße vorbereitet. Als besondere Gäste konnte neben Stadtpfarrer Ulrich Fritsch, dem früheren Bürgermeister Franz-Xaver Stierstorfer und dem jetzigen Bürgermeister Herbert Lichtinger auch Landrat Tobias Beck willkommen geheißen werden. Mitglied Josef Marterer gab einen Bericht über die Entstehung des Vereins. Außerdem wurde sechs anwesenden Gründungsmitgliedern eine Ehrung zuteil.
Recht zahlreich waren die Mitglieder mit ihren Angehörigen und die Freunde der Sportangler zur Jubiläumsfeier auf das Vereinsheimgelände gekommen. Mit einem Zelt und Schatten spendenden Schirmen war für einen angenehmen Aufenthalt gesorgt. Helferinnen und Helfer kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste, wofür der Verein die Kosten übernahm. Hans Bachmaier sorgte mit einem Freund vom Niederbayerischen Musikantenstammtisch für die musikalische Umrahmung des Festes. Nach einer Kaffeerunde, für die wiederum Frauen der Mitglieder ein prächtiges Kuchenbüfett spendiert hatten, eröffnete Vorsitzender Hermann Breundl die Jubiläumsfeier. Er freute sich besonders, dass von den derzeit noch sieben lebenden Gründungsmitgliedern aus dem Jahr 1976 sechs zur Feier gekommen waren. Manfred Bick (ältestes Mitglied des Vereins), Ewald Florian, Michael Heigl, Josef Marter, Josef Marterer und Walter Schlag wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Rainer Frank, ebenfalls noch lebendes Gründungsmitglied, war nicht anwesend.
Von den ursprünglich 43 Gründungsmitgliedern seien 36 leider mittlerweile verstorben, berichtete Hermann Breundl. In den vergangenen 50 Jahren habe der Verein insgesamt 71 Mitglieder durch Tod verloren. Auch „Gründungsvater“ Heinz-Josef Renner, der maßgelblich am Zustandekommen des Vereins beteiligt gewesen sei, sei im November 2025 verstorben. Renner habe sich, so Vorsitzender Hermann Breundl, unter anderem auch besonders dafür eingesetzt, dass der Verein eine Standarte bekommen habe. Sie sei von 57 Vereinsmitgliedern privat finanziert worden. Deren Namen seien auf einer Tafel in der Hütte aufgelistet. Als besondere Leistung des Vereins sei nach den Worten von Hermann Breundl die im Jahr 2020 erfolgte Erneuerung des Stadeldaches anzusehen. Hier habe sich die Firma Leipold nach einem Unwetter während der Bauarbeiten als sehr kulant erwiesen. Und Fritz Frank habe dafür gesorgt, dass auf dem First des Daches ein Fisch throne.
Der frühere Bürgermeister Franz-Xaver Stierstorfer gratulierte in seinem Grußwort dem Verein zum 50-jährigen Bestehen, wobei er meinte, es komme dabei nicht so sehr auf die Anzahl der Jahre, sondern auf die Aktivitäten in diesem Zeitraum an. Und da sei unter den verschiedenen Vorständen im Verein unglaublich viel geleistet worden. Gerade auf die in all den Jahren schrittweise ausgebaute Vereinsanlage am Ortseingang von Geiselhöring dürfe man stolz sein. Jetziger Bürgermeister Herbert Lichtinger verwies darauf, bei so einem Jubiläum besonders an die Gründer des Vereins zu denken, aber auch den jetzt Verantwortlichen im Verein für ihren Einsatz dankbar zu sein.
Großes Lob hatte das Stadtoberhaupt für das vielfarbige Vereinsleben der Sportangler und für das Engagement bei der Gewässerpflege und im Bereich des Naturschutzes parat. So wirkten sie von Beginn an bei der alle zwei Jahre stattfindenden Landkreisaktion „Sauber macht lustig!“ mit, wobei da so manche negative Überraschung hinsichtlich des Umweltverhaltens von Zeitgenossen zutage gefördert werde. Als vorbildlich bezeichnete Lichtinger auch die Jugendarbeit bei den Sportanglern, mit der man hoffentlich auch den Erwachsenenbereich auffrischen könne, und überreichte an den Vorsitzenden eine Spende der Stadt. Landrat Tobias Beck, der wegen anderer Termine erst später zur Jubiläumsfeier kommen konnte, würdigte ebenfalls die eindrucksvolle Leistung der Sportangler in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten.
Auf diesen Zeitraum ging dann Josef Marterer näher ein. Er ist selbst Gründungsmitglied und schilderte Entstehung und Entwicklung des Vereins, dessen Gründungsversammlung am 20. Oktober 1976 mit 25 Teilnehmern auf Initiative von Heinz-Josef Renner und Xaver Schauer im Erl-Bräustüberl stattfand. 18 weitere Angler traten noch im gleichen Jahr dem Verein bei. Der Verein sei, so Marterer, eigentlich ein Kuriosum gewesen, weil er selbst über kein eigenes Fischwasser verfügte, da zu der Zeit alle Gewässer in Geiselhöring an Privatpersonen verpachtet gewesen seien. So sei man auf die Großzügigkeit der Pächter angewiesen gewesen. Erst 1978 konnte von T&T ein Fischwasseranteil gepachtet werden. Dann im Jahr 1980 – inzwischen hatte sich in der Stadt gar noch ein zweiter Fischereiverein gegründet, aus dem dann später der Fischereiverein Greißing hervorging – konnten die Sportangler für ihr Fischwasser die Geiselhöringer Laberstrecke, das sogenannte T&T-Wasser und auch das Dietl-Wasser zupachten und damit vergrößern. Auch der Altbach von Hadersbach und der Eiglfurter Bach von Haindling sowie der Kohlbach kamen hinzu.
Anschließend nahm Stadtpfarrer Ulrich Fritsch die Segnung eines neu errichteten Freisitzes auf dem Vereinsgelände vor, der einerseits der Geselligkeit, andererseits aber auch als Unterstand fürs Grillen dient. Der Stadtpfarrer meinte dabei, dass die Zahl 50 auch in der Bibel – beispielsweise stammt das Wort „Pfingsten“ vom griechischen Wort für Pfingsten ab – eine Rolle spiele. „Ab Pfingsten ist es in der Kirche richtig los gegangen. Ich wünsche den Sportanglern, dass es auch bei ihnen in den nächsten 50 Jahren so schwungvoll weitergeht“.
© Text und Bilder: Alois Hauner





